Reisebericht von Mallorca: Wandern mit Erika

Küstenpfade, Buchten und Pinienwälder im Nordosten der Insel

Mallorca kannte ich bisher vor allem als Badeinsel. Dabei zeigt die Baleareninsel abseits ihrer bekannten Strände eine erstaunlich vielseitige Landschaft: Gebirge, Küstenwege, Olivenhaine und idyllische Dörfer. Wanderer zieht es besonders in die Serra de Tramuntana, die (hätten Sie es gewusst?) seit 2011 zum UNESCO-Welterbe gehört. Für meine Woche im April habe ich mich jedoch für den Nordosten entschieden – für die Wanderreise nach Can Picafort mit trendtours. Die beschriebenen Touren klangen spannend, und lange Bustransfers an den Wandertagen sollte es nicht geben. Genau das hat mich zusammen mit dem Preis, den ich gezahlt habe, überzeugt

 


 

Kurzer Flug und Ankunft in Can Picafort

Von München nach Palma de Mallorca dauerte der Flug nur rund zwei Stunden. Im Ausgangsbereich des Flughafens wartete bereits eine Mitarbeiterin von trendtours und zeigte uns den Schalter, an dem wir die Unterlagen für den Transfer erhielten. Ein Hotel-Shuttlebus brachte uns dann in den Norden der Insel. Unterwegs setzte er zunächst Gäste in Alcúdia ab, bevor wir unser Ziel erreichten.

Unser Zuhause für die Woche war das BG Tonga Tower Design Hotel & Suites in Can Picafort, ein doch nicht gerade kleines Hotel mit rund 370 Zimmern. Ehrlich gesagt hatte ich vorher Bedenken, ob mir so ein großes Haus gefällt. Vor Ort war ich positiv überrascht: Die Zimmer waren modern ausgestattet und die Büfetts zum Frühstück und Abendessen sehr vielfältig. Zum Strand und zur langen Strandpromenade lief ich in etwa einer Viertelstunde.

Wandern in wechselnden Gruppen

Schon beim Einchecken wurde klar, dass diese Reise etwas anders funktioniert als meine bisherigen Wanderurlaube. Wir trugen uns für die Touren der kommenden Tage in Listen ein und konnten dabei zwischen verschiedenen Startzeiten wählen. Insgesamt reisten zu unserem Termin rund 120 Gäste, die sich so auf Gruppen von etwa 20 bis 25 Personen verteilten.

Eine feste Gruppe gab es deshalb nicht. Mal wanderte ich mit bekannten Gesichtern, mal mit ganz neuen Mitreisenden. Als Alleinreisende saß ich anfangs auch mal allein an einem der vielen Tische im großen Speisesaal. Doch die Kofferanhänger von trendtours halfen schon am Flughafen dabei, sich gegenseitig zu „sichten“ und erste Kontakte zu knüpfen. Mit jedem Tag kamen mehr Gespräche zustande, und genau dieses immer neue Zusammenfinden fand ich am Ende richtig spannend.

Erster Wandertag: Küste von Son Real und eine Nekropole

Am ersten Wandertag hatte ich mich für eine Tour am späten Vormittag eingetragen – so konnte ich in Ruhe ausschlafen. Zur Begrüßung waren gleich mehrere Ansprechpartner da: eine Mitarbeiterin von trendtours, der Animationsleiter des Hotels, unser Wanderführer Guillaume und eine Wanderbegleiterin. Sie versorgten uns mit ersten Informationen und stellten auch Aktivitäten vor, die sich für die wanderfreien Stunden hinzubuchen ließen.

Dann ging es bei Sonne und kräftigem Wind los, immer an der Küste entlang Richtung Son Real. Dort besichtigten wir die Überreste einer prähistorischen Nekropole, einer Totenstadt, die ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. genutzt wurde. Auf dem Rückweg trennte ich mich von der Gruppe und spazierte noch lange über die Promenade. Die windgepeitschten Wellen rauschten so laut, dass ich einfach stehen blieb und zuhörte.

Zweiter Wandertag: Pinienwald, Playa de Muro und Picknick

Diese Strecke hatte mir so gut gefallen, dass ich sie am nächsten Vormittag teilweise noch einmal auf eigene Faust lief. Die kleine Strandtour startete nämlich erst am Nachmittag. Mit gleich drei Wanderführern ging es dann wieder hinunter ans Meer, diesmal in die andere Richtung: nach Westen Richtung Alcúdia, zum weißen Sandstrand der Playa de Muro.

Durch einen schattigen Pinienwald am Rand des Naturparks s’Albufera wanderten wir in Richtung Strand. Inzwischen traf ich schon einige Mitwanderer vom ersten Tag wieder. Beim gemeinsamen Picknick zum Abschluss ergaben sich so ganz von selbst nette Gespräche.

 


 

„Ich habe meine Wanderwoche ganz nach meinem eigenen Rhythmus gestaltet – und das hatte seinen ganz besonderen Reiz.“

 


 

Betlem und die Buchten der Península de Llevant

Für den nächsten Wandertag brachte uns der Reisebus in etwa 30 Minuten nach Betlem. Die Tour nach Cala Sant Vicenç, die eigentlich für diesen Tag vorgesehen war, verschob ich auf einen anderen Termin – auch das war dank der flexiblen Listen problemlos möglich.

Betlem besteht vor allem aus hübschen Ferienresidenzen, Einheimische leben dort kaum. Der Ort liegt am Rand des Naturparks Península de Llevant, und genau dort wartete eine der schönsten Wanderungen der Woche. Der Weg führte durch Pinienwälder und an azurblauen Buchten entlang, immer wieder mit weitem Blick aufs Mittelmeer. Nach rund vier Stunden waren wir zurück im Hotel, und der restliche Nachmittag gehörte ganz mir.

Ostersonntag in der Altstadt von Alcúdia

Am Ostersonntag führte uns ein kurzer Bustransfer von etwa 30 Minuten zum Ausgangspunkt der nächsten Wanderung. Von der Platja de Sant Pere wanderten wir bis nach Alcúdia, einem kleinen Städtchen mit mittelalterlicher Stadtmauer. Dort hatten wir rund eineinhalb Stunden Zeit, um die Altstadt mit ihren schönen Gassen auf eigene Faust zu erkunden. Wer sich beeilte, konnte sogar noch über den Wochenmarkt schlendern.

Der Treffpunkt für die Rückfahrt war bereits um 13.45 Uhr. Mir und einigen anderen aus der Gruppe war das zu früh – wir blieben noch und fuhren später einfach mit dem Linienbus zurück nach Can Picafort. Mein Tipp für Mallorca: Diese Möglichkeit sollten Sie im Hinterkopf behalten, wenn Ihnen ein Ort besonders gut gefällt.

Cala Sant Vicenç: Klippen, Buchten und Höhlen an der Nordküste

Der letzte geplante Wandertag führte uns nach einem Bustransfer von etwa 40 Minuten an die Nordküste nach Cala Sant Vicenç. Auf dem teils gerölligen Camí dels Presos, dem „Weg der Gefangenen“, wanderten wir oberhalb der Steilklippen und kleinen Buchten bis zu den Coves Blanques. Diese in den Fels gehauenen Höhlen fand ich sehr eindrucksvoll.

Die Tour hat mir gut gefallen, eignet sich aber nur für trittsichere Wanderer. Das gilt besonders für den recht steilen, freiwilligen Aufstieg zu einem Aussichtspunkt nach der Höhlenbesichtigung. Bevor der Bus uns zurückbrachte, blieb noch Zeit für einen Kaffee oder ein Bier im Ort. Gegen 14 Uhr waren wir wieder im Hotel. So hatte ich genug Zeit für einen weiteren Spaziergang am Meer – die Füße im warmen Sand – und einen Latte macchiato in einem Beachclub mit Live-Musik.

Freier Tag: Strand, Promenade und Ausflugsideen

Für den anschließenden freien Tag wurde vor Ort ein Ausflug zu einem traditionellen mallorquinischen Bauernhof angeboten, inklusive Verkostung der dort hergestellten Produkte. Beim Abendessen erzählte mir eine Mitreisende, dass sie stattdessen eine organisierte Inseltour mit Bus, Zug und Schiff unternommen hatte. Davon hatte sie an der Rezeption erfahren – nachfragen lohnt sich also.

Mich zog es noch einmal ans Meer. Ich lief die Promenade entlang bis zu den Pinienwäldern und zum Sandstrand der Playa de Muro und genoss diesen letzten langen Spaziergang in vollen Zügen.

Gut organisiert bis zur Abreise

Am Abreisetag brachten uns Hotel-Shuttlebusse passend zu den Abflugzeiten zurück zum Flughafen. Den Online-Check-in musste ich am Vortag selbst per Handy erledigen. Wer dabei Hilfe braucht, kann sich an die örtliche Reiseleitung wenden oder jemanden aus der Wandergruppe um Unterstützung bitten. Kontaktdaten und Abholzeiten für den Rückflug hingen übrigens an einer Infotafel in der Eingangshalle des Hotels.

 


 

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Fazit der Reise

Meine Woche auf Mallorca im April war eine rundum schöne Erfahrung. Die Wanderungen hatten meist einen einfachen Schwierigkeitsgrad und eignen sich daher gut für Einsteiger mit normaler Kondition. Wir hatten Glück mit dem Wetter: viel Sonne, nur manchmal recht windig. Die Wanderführer und Mitwanderer waren sehr nett, die Busfahrten zu den Touren erfreulich kurz, und preislich war es die günstigste meiner bisherigen Wanderreisen.

Ein klassisches Gruppengefühl wie bei manch anderer Wanderreise entstand hier nicht auf Anhieb. Dafür stand die individuelle Gestaltung im Vordergrund: Ich habe selbst entschieden, wann ich wandere, und den Rest des Tages nach meinen eigenen Wünschen verbracht. Wer gern in wechselnden Gruppen unterwegs ist und sich etwas Freiheit wünscht, findet im Norden von Mallorca eine Wanderwoche voller Natur, Meer und netter Begegnungen. Nach dieser schönen Wanderwoche freue ich mich schon auf meine nächste Reise mit trendtours.

 


 

Das Copyright der im Artikel gezeigten Fotos liegen bei Erika Wiedenmann. Diese sind auf ihrer trendtours Reise nach Mallorca entstanden. Mehr finden Sie in ihrem Buch: Wandern für Senioren